Wenn wir an Yoga denken, denken viele zuerst an Asanas, also an Atem und Bewegung. Doch Yoga ist noch viel mehr. Die acht Glieder des Yoga – der achtfache Pfad nach Patanjali – bilden die Grundlage aller Yogawege. Sie zeigen dir, wie du mehr Balance, innere Ruhe und Klarheit in deinen Alltag bringst.
Hier findest du die acht Stufen einfach erklärt, praxisnah und alltagstauglich.
Im folgenden Blogpost werden diese Themen behandelt:
- Yamas: Der achtsame Umgang mit der Welt
- Niyamas: Der achtsame Umgang mit dir selbst
- Asana: Die Körperhaltung
- Pranayama: Der Atem
- Pratyahara: Die Sinne nach innen ziehen
- Dharana: Konzentration
- Dhyana: Meditation
- Samadhi: Die Erfahrung von Einheit
- Fazit: Yoga beginnt weit über der Matte
- Die häufigsten Fragen zu den 8 Gliedern des Yoga
1. Yamas: Der achtsame Umgang mit der Welt
Die Yamas sind die ethischen Leitlinien des Yoga. Sie zeigen dir, wie du im Einklang mit deiner Umwelt lebst – mit Respekt, Mitgefühl und Klarheit.
Die fünf Yamas:
- Ahimsa (Gewaltlosigkeit): Begegne dir selbst und anderen mit Güte.
- Satya – Wahrhaftigkeit: Sei ehrlich – in Worten, Handeln und Absichten.
- Asteya – Nicht-Stehlen: Respektiere die Grenzen, die Zeit und die Energie anderer.
- Brahmacharya – Mäßigung: Nutze deine Energie bewusst.
- Aparigraha – Loslassen: Lass Gier, Festhalten und Erwartungen los.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich handle achtsam – mit mir und der Welt.“

2. Niyamas: Der achtsame Umgang mit dir selbst
Die Niyamas sind deine inneren Richtlinien. Sie helfen dir, Klarheit zu entwickeln, dich selbst besser kennenzulernen und bewusster zu leben.
Die fünf Niyamas:
- Saucha – Reinheit: Schaffe Ordnung – innen wie außen.
- Santosha – Zufriedenheit: Finde Frieden im Jetzt.
- Tapas – Disziplin: Bleib dran – auch wenn es herausfordernd wird.
- Svadhyaya – Selbststudium: Beobachte dich, lerne von dir, wachse.
- Ishvara Pranidhana – Hingabe: Vertraue dem Leben und deinem Weg.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich sorge gut für mich – bewusst und liebevoll.“
3. Asana: Die Körperhaltung
Im modernen Yoga denken viele zuerst an Asanas – also an körperliche Bewegung. Manchmal auch an Atemübungen. Doch ursprünglich bedeutet āsana schlicht „Sitz”. Die Idee dahinter: Der Körper soll so vorbereitet sein, dass er ruhig, stabil und bequem sitzen kann – für die Meditation. Asanas schaffen Stärke, Stabilität und Präsenz. Sie holen dich in den Moment zurück und verbinden Bewegung mit Bewusstsein.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Mein Körper ist mein Zuhause – stabil, frei und präsent.“
4. Pranayama: Der Atem
Pranayama ist die Kunst der Atemlenkung. „Prana” bedeutet Lebensenergie und dein Atem ist der direkteste Weg, um sie zu beeinflussen. Atemübungen können Stress lösen, den Geist klären und dich mit dem Jetzt verbinden. Ein bewusster Atemzug kann alles verändern.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Mein Atem führt mich zurück zu mir.“
5. Pratyahara: Die Sinne nach innen ziehen
In einer lauten Welt lädt dich Pratyahara ein, die Reize von außen leiser zu drehen. Du lernst, dich nicht von jedem Impuls mitreißen zu lassen, sondern deinen Fokus nach innen zu richten. Das Ergebnis sind Ruhe, Klarheit und Erdung.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich kehre nach innen – dort finde ich Ruhe.“

6. Dharana: Konzentration
Dharana bedeutet „gerichtete Aufmerksamkeit”. Du wählst bewusst ein Fokusobjekt, zum Beispiel den Atem, ein Mantra oder eine Kerzenflamme, und trainierst deinen Geist, nicht abzuschweifen. So entstehen mentale Stärke und innere Stille.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich bleibe bei mir – klar und fokussiert.“
7. Dhyana: Meditation
Aus Konzentration wird Meditation. Dhyana ist ein Zustand müheloser Präsenz, frei von Druck, Bewertung und „Ich muss“. Hier beginnt das echte Sein.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich darf einfach sein.“
8. Samadhi: Die Erfahrung von Einheit
Samadhi ist die Essenz des Yoga. Es ist ein Gefühl tiefer Verbundenheit mit allem, was ist. Ein Moment vollkommener Klarheit, Frieden und Weite. Es ist nicht etwas, das man erzwingt, sondern ein Zustand, in den man hineingleitet, wenn alle anderen Glieder im Einklang sind.
🌀 Mantra für deinen Alltag:
„Ich bin verbunden. Ich bin ganz.“
Fazit: Yoga beginnt weit über der Matte.
Die acht Glieder des Yoga zeigen, dass Yoga viel mehr ist als Bewegung. Es ist ein ganzheitlicher Weg, der dich körperlich, mental und emotional stärkt. Von einem achtsamen Miteinander und Selbstfürsorge über bewusste Bewegung und Atemarbeit bis hin zu Konzentration, Meditation und innerem Frieden:
Jedes Glied unterstützt dich dabei, ein leichteres, klareres und authentischeres Leben zu führen.
Du musst nicht alles auf einmal meistern. Schon kleine Schritte – ein freundlicher Gedanke, ein bewusster Atemzug, eine Minute Stille – bringen dich näher zu dir selbst.
Yoga ist kein Ziel. Yoga ist ein Weg. Ein Weg zurück zu dir.
Die häufigsten Fragen zu den 8 Gliedern des Yoga
1. Woher stammen die 8 Glieder des Yoga?
Die 8 Glieder stammen aus den Yoga Sutras des Patanjali, einem der ältesten Texte der Yoga-Philosophie.
2. Muss ich alle 8 Glieder praktizieren, um „richtiges“ Yoga zu machen?
Nein. Schon das Bewusstsein über sie verändert deine Praxis. Du kannst mit einem Aspekt beginnen – etwa mit Atemübungen oder Meditation – und dich Schritt für Schritt weiterentwickeln.
3. Sind die 8 Glieder nur für spirituelle Menschen relevant?
Überhaupt nicht. Sie sind ein Weg zu Achtsamkeit, Klarheit und Balance – unabhängig davon, ob du Yoga spirituell siehst oder nicht.
4. Was ist der Unterschied zwischen Asana und Meditation?
Asanas sind körperliche Übungen, die Körper und Geist vorbereiten. Meditation ist der Zustand der inneren Stille, der daraus entstehen kann.
5. Wie kann ich die 8 Glieder in meinen Alltag integrieren?
Starte klein: ein bewusster Atemzug, ein Moment Stille, ein ehrliches Gespräch. Yoga beginnt da, wo du gerade bist.




















